Diesel Hybrid kombiniert einen Dieselmotor mit einem Elektromotor

Diese Kombination scheint mehr als naheliegend zu sein: Einen ohnehin schon verbrauchsarmen Diesel mit einem Elektroantrieb zu verbinden und so das Auto noch sparsamer zu machen. Oder den meist wenig durchzugsstarken Benzin-Hybridfahrzeugen mit einem drehmomentstarken Dieselmotor Beine zu machen.

Auf der anderen Seite stehen das höhere Gewicht des Dieselmotors und die aufwändigere Produktion, die den Diesel teurer machen als einen gleich motorisierten Benziner. Die elektrische Antriebseinheit, der Akku und die Steuerung verteuern den Diesel Hybrid weiter – und sorgen für noch mehr Gewicht.

Hybrid Autos sind daher meistens Kombinationen aus Elektro- und Benzinantrieb. Diesel Hybride sind die Ausnahme.

Peugeot / PSA

Bereits 2011 präsentierte der PSA-Konzern mit dem DS 5 Hybrid 4 den ersten Diesel-Hybrid überhaupt. Seine Produktion wurde im April 2017 eingestellt. Dieselbe Kombination aus Dieselmotor und Elektroantrieb findet sich im Peugeot 3008 Hybrid 4 und im Peugeot 508 Hybrid 4. Alle drei Fahrzeuge sind als Mild-Hybrid ausgelegt. Bei allen wird die Vorderachse vom Dieselmotor mit 163 PS angetrieben, der 27 PS (20 kW) starke Elektromotor treibt die Hinterachse an und erzeugt bei Bedarf Allrad-Antrieb. Der E-Motor wird von einem 1,1 kWh kleinen Akku gespeist. Die rein elektrische Reichweite beträgt bei alle drei Autos 4 Kilometer, was mildhybrid-typisch wenig ist. Die elektrische Unterstützung des Dieselmotors funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h.

Wenn zum Herbst 2019 der neue Peugeot 3008 und der neue Peugeot 508  sowie der neue DS 7 als Plug-in Hybride auf den Markt kommen, verabschiedet sich Peugeot / PSA vom Diesel Hybrid und kombiniert dann Benzinmotoren mit Akku und E-Motor.

Daimler-Benz

Bei Daimler Benz finden sich gleich zwei Fahrzeugreihen als Diesel Hybride: C 300 de und E 300 de sind jeweils als Limousine oder als Kombi (Mercedes spricht hier von der T-Klasse) erhältlich. C 300 de und E 300 de sind als Plug-in Hybride ausgelegt. Der 183 PS starke Dieselmotor wird von einem 123 PS starken E-Motor unterstützt. Mit einem 13,5 kWh Akku fährt die Mercedes C-Reihe rein elektrisch 49 Kilometer, die E-Reihe von Mercedes fährt 45 Kilometer. Damit erfüllen C 300 de und E 300 de die Vorgaben des EMoG und erhalten das E-Kenzeichen.

Volvo

Ein weiterer Vertreter der Gattung Dieselhybrid ist der Volvo V60 D6. Auch dieses Auto ist als Plug-in Hybrid konzipiert. Ein 215 PS starker Dieselmotor treibt die Vorderachse an und wird von einem 68 PS starken E-Motor über die Hinterachse unterstützt. Auf diese Weise wird bei Bedarf Allrad-Antrieb geschaffen. Der V60 D6 Diesel Hybrid fährt dank seines 11,2 kWh Akku knapp 50 Kilometer rein elektrisch. Der Antrieb wird bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h (bzw. bis zu 150 km/h im Sportmodus) elektrisch unterstützt.

Volvo verabschiedet sich gerade komplett vom Diesel und setzt auf Elektrifizierung. Daher sind bei Volvo in allen neuen Baureihen Plug-in Hybridfahrzeuge erhältlich, die aber alle einen Benzinmotor mit dem Elektroantrieb kombinieren. Der Diesel Hybrid ist als Antriebskonzept nicht mehr im Programm.

Schlussfolgerung

Dieselfahrzeuge sind auch ohne Hybridantrieb recht sparsam im Verbrauch. Durch die Elektrifizierung lassen sich nur relativ geringe weitere Treibstoff Einsparungen realisieren. Sparsamer im Verbrauch als ihre Nicht-Hybrid Pendants sind die Dieselhybride nur, wenn sie nicht mit höheren Geschwindigkeiten gefahren werden, also vorrangig im Stadtverkehr. Auf der Autobahn erzielen sie keine geringeren Verbräuche als konventionelle Diesel ohne Elektro-Unterstützung.

Daneben stellt sich die Frage, ob der Sinn des Plug-in Hybriden hier noch zielführend umgesetzt wird. Ein ohnehin im Vergleich zum Benziner schon schweres Dieselfahrzeug noch mit Zusatzgewicht für Akku und E-Motor zu belasten und nicht gleichzeitig durch downsizing des konventionellen Antriebsteils für Gewichtsersparnis bei gleicher Gesamtleistung Sorge zu tragen, widerspricht dem Ansatz, den Verbrauch fossiler Energieträger senken zu wollen und den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Denn bei allen aufgeführten Dieselhybrid-Modellen kommt die elektrische Leistung einfach noch oben drauf zu einem bereits recht potenten Dieselaggregat – von downsizing keine Spur.

Andererseits sind gerade Diesel-Hybride die richtige „Einstiegsdroge“ in die E-Mobilität, denn hier wird das beste aus zwei Welten in einem Fahrzeug kombiniert: Die Vorteile des Elektroantriebs (lokal emissionsfreies Fahren) nutzen, ohne auf die Annehmlichkeiten des Diesel (hohe Reichweite, hohe Durchzugskraft) zu verzichten. Im Zusammenspiel von Diesel- und Elektromotor schaffen Diesel Hybrid Autos in der Tat ein unvergleichliches Fahrvergnügen.

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