Elektroauto laden: das Kernthema der E-Mobilität

Wie lange dauert es, ein E-Auto zu laden? Das ist die eigentlich entscheidende Frage bei der Überlegung, ein Elektrofahrzeug zu kaufen. Und die rationale Grundlage für die Auswahl eines bestimmten E-Autos. Genau genommen ist aber die Fragestellung an sich falsch oder irreführend. Sie müssten sich vielmehr fragen…

1. Wieviel Ladestrom benötige ich?

Laut statista.de werden ca. 95 % aller Fahrzeuge an 23 Stunden des Tages gar nicht bewegt. Die durchschnittliche tägliche Fahrstrecke liegt unter 60 KM. So bleibt für das Laden immer mehr als genug Zeit.

Und wenn Sie dann doch einmal mehr Kilometer am Stück fahren müssen, als Ihr Akku mit einer Ladung hergibt, bedeutet das noch lange nicht, dass das E-Auto nicht fahrbar wäre: Mittlerweile gibt es nicht nur an fast allen Autobahnraststätten DC-Schnell-Lader, auch in den Innenstädten gibt es zunehmend mehr öffentlich zugängliche Ladestationen. Mit Stand aus dem Frühjahr 2019 sind es in Deutschland bereits über 17.000. Zum Vergleich: Es gibt in Deutschland weniger als 10.000 Tankstellen für Diesel oder Benzin, einige Hundert für verschiedene Gas-Arten (LPG, CNG, Erdgas) und um die 10 für Wasserstoff.

Gegebenenfalls müssen Sie Ihre „Tankgewohnheiten“ anpassen: Wenn Sie jetzt alle 5 bis 10 Tage einmal den Tank füllen, sollten Sie mit Ihrem E-Auto immer dann Strom laden, wenn es möglich ist: während der Arbeitszeit bei Ihrem Arbeitgeber (Befreiung von der Steuerpflicht; kein geldwerter Vorteil!), beim Einkaufen an der Ladesäule des Supermarkts oder auf einem öffentlichen E-Lade- + Parkplatz oder über Nacht bei sich zu Hause.

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2. Wo kann ich mein Elektroauto laden?

Neben der Reichweiten-Diskussion ist der Hinweis auf der Mangel an Stromtankstellen ein beliebtes Argument gegen die Elektromobilität. Doch die Kritik geht an der Realität vorbei, denn nach einer Studie aus dem Verkehrsministerium werden zwischen 75 und 85 Prozent der E-Autos zuhause oder am Arbeitsplatz geladen. Zudem investieren Bund und Land massiv in den Ausbau der Infrastruktur. Allein in den ersten drei Monaten 2019 kamen nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)1300 Ladestationen hinzu. Fahrer von Elektroautos können deutschlandweit inzwischen rund 17.400 Elektrotankstellen ansteuern. Davon sind 12 Prozent Schnelllader.

Zuhause laden

Dennoch dürfte auch in Zukunft die Mehrheit der E-Autos zuhause an der heimischen Steckdose geladen werden. Dafür eignen sich natürlich besonders die Nachtstunden, da die Fahrzeuge dann in der Regel ungenutzt in der Garage oder auf dem Parkplatz vor dem Haus stehen. Grundsätzlich können Elektroautos über eine ganz normale 230 Volt Steckdose nach CEE 7/4 aufladen. So wie auch Waschmaschine, Geschirrspüler und andere elektrische Geräte betrieben werden. Von dieser sogenannten „Notladung“ ist aber auf die Dauer abzuraten. Da der Standardstecker nur eine Ladeleistung von circa 2,3 Kilowatt bringt, dauert das Laden des Autos relativ lange. Zudem werden die Steckdose und Leitungen werden während der Ladezeit stark belastet. Experten empfehlen daher die Installation einer genannten Wallbox. Das Laden mit einer Wallbox ist nicht nur sicherer, sondern auch wesentlich schneller, da eine Wallbox über eine höhere Ladeleistung verfügt. Die Wallbox wird in der Regel an Drehstrom mit 400 Volt sowie 16 oder 32 Ampere angeschlossen. Die Installation sollte ausschließlich durch zertifizierten Elektrofachbetriebe erfolgen, die auch bei der Auswahl der Wallbox beraten.

Und wenn mehrere Fahrzeuge geladen werden müssen?

Wenn mehrere Elektroautos gleichzeitig laden – wie beispielsweise in Mehrfamilienhäusern – reicht oft die verfügbare Leistung des Netzanschlusses nicht mehr aus. Dann muss ein Lastmanagementsystem eingesetzt werden: Dieses System koppelt die Ladestationen untereinander und stimmt die Ladevorgänge aufeinander ab, so dass beispielsweise die Ladeleistung verringert wird oder die Fahrzeuge nacheinander laden. Auf diese Weise kann  ein teurer Ausbau des Netzanschlusses, der meist auch erhöhte jährliche Leistungsentgelte wegen hoher Spitzenlasten zur Folge hat, vermieden werden. Für ein oder zwei Fahrzeuge genügt jedoch eine klassische Wallbox, allerdings mit zwei Ladeanschlüssen. Die bieten in der Regel 22 kW Ladeleistung. Lädt nur ein Auto, bekommt es die volle Leistung aus dem Stromnetz. Laden zwei E-Autos, verteilt die Wallbox die Ladeleistung, so dass jedem Akku 11 kW zur Verfügung stehen. Auch hier empfiehlt es sich, einen zertifizierten Fachbetrieb zu Rate zu ziehen.

Laden am gemieteten Stellplatz

Auch wenn man nicht über eine eigene Garage oder einen eigenen Stellplatz direkt vor der Haustür verfügt, was vor allem in den Städten häufig der Fall sein dürfte, gibt es  verschiedene Lademöglichkeiten. Denn immer mehr Parkhäuser und Parkplätze werden inzwischen mit Ladesäulen ausgerüstet. Hier können Fahrer von E-Autos Stellplätze anmieten und sind dann bei Laden nicht auf die öffentlichen Elektrotankstellen angewiesen.

Laden beim Arbeitgeber

Seit 2017 können Arbeitgeber Ladestationen installieren und so ihren Angestellten die Möglichkeit bieten, ihr privates Elektroauto oder Hybridfahrzeug im Betrieb zu laden. Dabei kann der Arbeitgeber den zur Verfügung gestellten Strom auch verschenken, ohne dass der Arbeitnehmer den Empfang des Stroms als geldwerten Vorteil versteuern muss.

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