Elektrofahrzeuge - was es alles gibt

Elektrofahrzeuge ist ein Sammelbegriff für alle Arten von (mindestens teilweise) elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Im folgenden Artikel geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über  weitere Arten von Elektrofahrzeugen – eben außer den klassischen elektrischen PKW. In unseren weiteren Artikeln zum “E Auto“ konzentrieren wir uns auf elektrische PKW.

Elektrofahrzeuge

PKW

Nutzfahrzeuge

Zweiräder

Rein elektrisch

Hybride

BEV

Fuel Cell

Serielle Hybride

Parallele Hybride

Plug-In Hybrid

Plug-In Hybrid mit REX

Mild - Hybrid

48 V Anlasser Hybrid

Neben den Elektrofahrzeugen aus der Graphik lassen sich noch weitere Unterkategorien finden. So gehören Straßenbahnen und Züge als elektrische Transportmittel zum alltäglichen Erscheinungsbild der Mobilität. In einigen Städten Deutschlands fahren Oberleitungsbusse seit Jahrzehnten emissionsfrei, Solingen ist die vielleicht bekannteste dieser Städte. 

Elektrofahrzeuge: (Klein-) Transporter

Elektrofahrzeuge sind auch als Nutzfahrzeuge unter 3,5 to am Markt verfügbar und werden insbesondere von Speditionen mit hauptsächlich innerstädtischem Lieferverkehr erfolgreich eingesetzt. Denn hier gilt wie bei den elektrischen Kommunalfahrzeugen, dass die Fahrtstrecken selber und damit auch ihre Gesamtlänge täglich annähernd gleich sind. Meistens sind es um die 100 Kilometer am Tag, die sich problemlos mit einer Akkuladung bewältigen lassen. Vorreiter in Sachen elektrische Kleintransporter in Deutschland war die Deutsche Post AG. Die ursprünglich für sie, später von ihr produzierten StreetScooter haben ihre Alltagstauglichkeit zig-tausendfach bewiesen. In Deutschland sind 19 batterie-elektrische Transporter aller Größen erhältlich, zum Teil als Umrüstungen im Herstellerauftrag, z.B.:

  • StreetScooter (Work, Work L, Work XL)
  • VW (Crafter, T6, up!-Load, Caddy), 
  • Mercedes-Benz (Sprinter, Vito), 
  • Renault (Master, Kangoo, Twizy cargo), 
  • Peugeot/Citroen (Partner (neu: Rifter)/Berlingo, Boxer/Jumper), 
  • SAIC (Maxus), 
  • IVECO (Daily), 
  • MAN (TGE) [baugleich mit VW Crafter]
  • OPEL (Vivaro, Movano (von I See))
  • NISSAN eNV 200

Eine kompakte Übersicht der E-Transporter finden Sie hier. ElektroMobilität.nrw bietet einen kompletten Marktüberblick.

Aufgrund des Gewichts der Akkus können E-Transporter mit bis zu 4,25 to Gesamtmasse als PKW zugelassen und mit dem Führerschein der Klasse B gefahren werden. Bei Verbrennern ist hier die Grenze bei 3,5 to.

Die relativ kleinen Akkus (um 40 kWh) lassen sich im Mode-4-Verfahren an einer Gleichstrom-Ladestation schon in unter einer Stunde wieder voll laden, so dass auch ein mehrschichtiger Einsatz der Fahrzeuge möglich wird.

Elektrofahrzeuge: LKWs

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass aktuell an der Elektrifizierung des LKW-Verkehrs gearbeitet wird. Auf der Bundesautobahn A5 zwischen Karlsruhe und Frankfurt ist eine Teststrecke von einigen Kilometern in Betrieb. Die Versuchsfahrzeuge bekommen ihren Strom hier per Stromabnehmer, wie man ihn von der Eisenbahn oder Straßenbahn kennt, aus einer Oberleitung über dem rechten Fahrstreifen. Ziel des Versuchs ist es zu ermitteln, ob so das Reichweitenproblem elektrischer Lastkraftwagen behoben werden kann. Um eine rein elektrische Strecke von mehreren Hundert Kilometern mittels Akku zurücklegen zu können, müsste dieser viel größer sein, als es selbst bei einem LKW Platz dafür gibt.

Die Idee ist daher, lange Strecken auf den Autobahnen elektrisch per Oberleitung zu fahren. Für die sog. „letzte Meile“ von der Autobahnausfahrt bis zum Zielort reicht dann wieder ein normaler Akku mit 40 bis 80 kWh Kapazität. Überholvorgänge dieser ELKW auf der Autobahn sind auch mittels Strom aus dem Akku möglich. LKW und Busse machen einen sehr großen Teil der verkehrsbedingten CO2- und NOX-Emissionen aus. Wenn es gelingt, die Oberleitungs-Autobahn erfolgreich umzusetzen, wäre das ein großer Schritt in Sachen Emissionsreduzierung und Klimaschutz.

Reichweite bei elektrischen LKWs

Ohne Reichweitenproblem werden bereits für die Müllabfuhr Elektrofahrzeuge eingesetzt. Renault und Volvo bieten hier erste Serienfahrzeuge an. Weil die Fahrstrecken immer wieder dieselben sind und die zurückgelegten Tagesdistanzen überschaubar, reichen Akkus mit 60 bis 80 kWh aus, um mittelschwere LKW in der Klasse bis 25 to Gesamtmasse  erfolgreich einzusetzen. Für schwere LKW in der 40-to-Klasse ist die Speicherdichte der gegenwärtigen Li-Ion-Akkus noch zu gering.

Die Batterieforschung für Elektrofahrzeuge geht daher momentan neben der Verbesserung der Li-Ion-Akkus in Richtung von Feststoff-Batterien. Diese können bei gleichem Volumen und Gewicht ein Vielfaches an elektrischer Energie speichern. Andere Forschungen und Entwicklungen setzten auf Wasserstoff als zukünftigen Antrieb von schweren LKW bzw. im Langstreckeneinsatz. Die Technologie der Brennstoffzelle, die Wasserstoff lokal in Strom umwandelt, ist bereits seit langem bekannt. Jetzt gilt es, die Kosten der Brennstoffzellen-Produktion drastisch zu senken. Zuletzt konnte z.B. der Einsatz von Platin und anderen Edelmetallen in der Brennstoffzelle bereits deutlich reduziert werden, was deren Produktionskosten natürlich unmittelbar beeinflusst.

Elektrofahrzeuge: Busse

Ein weiteres aktuelles Eroprobungsfeld sind der Einsatz von Bussen als Elektrofahrzeuge im städtischen Linienverkehr. Erste großflächige Einsätze verlaufen vielversprechend. Der Bund unterstützt  diese Elektrifizierung des ÖPNV durch großzügige Fördermittel, die die Mehrkosten gegenüber klassischen Dieselbussen senken. Dadurch und durch die deutlich geringeren Betriebs- und Wartungskosten rechnet sich der E Bus auch wirtschaftlich. Elektrische Busse werden aktuell u.a. von Mercedes-Benz, Solaris und Hyundai angeboten. Andere Bus-Hersteller wollen 2020 folgen.

Elektrofahrzeuge: Motorräder

Ein noch relativ junger und erst spärlich erschlossener Einsatzbereich von Elektrofahrzeugen findet sich im Bereich von Motorrädern. Während inzwischen eine ganze Armada von Herstellern Elektroroller als Moped (45 km/h) und als Leichtkraftrad (< 12 kW und 85 km/h) anbieten, finden sich bislang nur eine Handvoll an Herstellern „richtiger“ Motorräder für die Führerscheinklassen A und A1. 

Marktführend ist hier die Firma ZERO Motorcycles aus Kalifornien, USA, die als einziger Hersteller gleich in 4 Motorradsegmenten (Naked Bike, Tourer, SuperMoto, Cross) Elektrofahrzeuge anbietet.

Energica (EVA), Harley-Davidson (LiveWire), Johammer (J1) sowie KTM (Freeride E-XC) bieten ebenfalls elektrische Motorräder an. BMW (c-volution) und Piaggio (e-Vespa) produzieren elektrische Motorroller. Für 2020 stehen ein paar weitere Start-Ups bereit, den Markt der elektrischen Motorräder zu beleben.

Puristen unter den Motorradfahrern bemängeln an diesen Elektrofahrzeugen vor allem, dass sie eines nicht machen: Krach. Daher spendiert Harley-Davidson seiner LiveWire einen Soundgenerator, der das markentypische tiefe Blubbern nachmacht – wer’s braucht?!

Das Fahrvergnügen wird bei elektrischen Motorrädern – auch ohne Geräuschkulisse – aber mindestens in der Führerscheinklasse A geradezu atemberaubend. Bedingt durch das hohe Drehmoment der Elektromotoren ab dem Stand und die vehemente Beschleunigung, die nicht durch Schaltvorgänge unterbrochen wird, haben selbst PS-starke Supersportler das Nachsehen.

Bei batterie-elektrischen Motorrädern zeigt sich das Spannungsfeld zwischen Leistung, Reichweite, Gewicht, und Preis in besonderem Maße, da hier der Bauraum für die Akkus entscheidend und fahrzeugtyp-bedingt sehr knapp ist. Es gilt abzuwägen zwischen Reichweite und Gewicht, Leistung und Preis.

Elektrofahrzeuge: Schiffe

Die Idee von Elektrofahrzeugen auf See ist so neu nicht. Bereits seit über 100 Jahren gibt es batterie-elektrische Schiffe: U-Boote fahren auf Tauchfahrt entweder mit Strom aus einer Batterie oder haben einen eigenen Atomreaktor an Bord. Letzteres dürfte ohne Frage keine geeignete Alternative für den zivilen Verkehr sein.

Im Hafen von Rotterdam fahren seit jüngstem elektrisch angetriebene Lastschiffe und übernehmen hier den lokalen Transport von Containern. Bislang geschah das mit Diesel-LKW. Diese Lastschiffe sind auch für kürzere Transporte auf  dem dichten europäischen Kanalnetz tauglich. Die erste batterie-elektrisch angetriebene Personen- und Autofähre verkehrt seit Mai 2019 über den Sognefjord zwischen Lavik und Oppedal in Norwegen. 

Micro Mobility

Hinter Micro Mobility verbirgt sich ein sehr breites Feld von Elektrofahrzeugen, die man vielleicht besser als elektrisch angetriebene Verkehrshilfsmittel bezeichnen sollte. Sie sind für die „letzte Meile“ gedacht und sollen so speziell den ÖPNV attraktiver machen. So soll es gehen: Sie fahren mit dem elektrischen Kickboard, dem Elektrostehroller, einem Hoverboard, auf einem Monowheel, einem faltbaren E Bike oder einem anderen elektrischen Gerät von Ihrer Haustür zur nächsten Bushaltestelle, nehmen Ihr E-Fahrzeug in den Bus mit und fahren die letzten Kilometer von der Zielhaltestelle bis zum Arbeitsort wieder elektrisch. Auch kürzere Strecken innerorts lassen sich so bequem bewältigen. Die dafür notwendigen gesetzlichen Regelungen hat die Bundesregierung gerade erlassen.

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