E-Auto Prämie

Für das Umsteigen auf umweltfreundliche Elektromobilität gibt es eine E-Auto Prämie! Der Bund und die einzelnen Bundesländer geben Ihnen bei Kauf oder Leasing eines Elektroautos einen staatlichen Zuschuss. Diese E-Auto Prämie senkt den Kaufpreis eines Elektroautos deutlich. 

Die bekannteste E-Auto Prämie ist der sog. „Umweltbonus“, bekannt auch unter dem Kürzel BAFA-Prämie. Das Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zahlt eine Prämie für die Anschaffung eines Elektroautos. Abgewickelt wird dies wird über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, daher der Name.  

Umweltbonus: Umfang und Verfahren

Der Umweltbonus ist ein Zuschuss, den sich Bund und Hersteller teilen. Der Bund gibt einen Zuschuss für reine Elektroautos in Höhe von 2.000,- Euro und für Plug in Hybride einen Zuschuss von 1.500,- Euro. Laut Richtlinie müssen die Hersteller mindestens den gleichen Betrag als Preisnachlass gewähren. DieHersteller bzw. Händler dürfenauch höhere Zuschüsse gewähren, bspw. in Kombination mit der Rücknahme oder Inzahlungnahme eines Verbrenners mit EURO-1 bis EURO-4-Abgasnorm. 

Der Anteil des Bundes von fixen 2.000,- bzw. 1.500,- Euro wird „brutto für netto“ gezahlt. D.h. es ist egal, ob Sie als Endkunde vom Bruttoverkaufspreis (mit Umsatzsteuer) oder als Unternehmer vom Nettoverkaufspreis (ohne USt.) ausgehen – die Förderung des Bundes bleibt immer gleich hoch. Die Hersteller wiederum gewähren ihren Anteil (also 2.000,-, bzw. 1500,– Euro) netto zuzüglich Umsatzsteuer. Das heißt für private Kunden, dass durch diese E-Auto Prämie der  (Brutto-) Kaufpreis insgesamt um € 4.380,- sinkt. Das Leasing eines Elektroautos erhält die gleiche Förderung.

So bekommen Sie Ihre E-Auto Prämie

Die Hersteller ziehen ihren Anteil an der E-Auto Prämie direkt bei der Erstellung der Rechnung ab und weisen diese als eigenen Posten auf der Rechnung auf. Sie wird anschließend zusammen mit dem entsprechenden Antrag online an das BAFA geschickt. Nach Prüfung überweist das BAFA seinen Anteil an der E-Auto Prämie, d.h. am Umweltbonus, direkt auf Ihr Konto. Die Antragstellung erledigt meist Ihr Autohändler für Sie; sprechen Sie ihn darauf an. 

Die Bedingungen für Ihre E-Auto Prämie

  • das Elektroauto muss ein Neuwagen sein
  • es muss in der BAFA-Liste aufgeführt sein; diese enthält aktuell 156 E Fahrzeuge (Stand Ende Juni 2019)
  • der BAFA-Listenpreis des E-Autos muss unter € 60.000 liegen
  • Sie müssen mindestens 6 Monate HalterIn des E-Autos sein

Auf der Rechnung des Autohauses bzw. der Leasinggesellschaft muss der BAFA-Listenpreis aufgeführt sein. Dieser Preis ist der niedrigste Netto-Listenpreis des Basismodells zum Zeitpunkt der Markteinführung im Euroraum. Sonderausstattungen und/oder Extras sowie die Mehrwertsteuer werden nicht berücksichtigt. Es kann vorkommen, dass das Basismodell gemäß BAFA-Listenpreis so nicht tatsächlich käuflich ist, sondern nur Fahrzeuge mit höherer Motorleistung, größerem Akku und besserer Ausstattung in den Handel kommen.

Weitere Förderungen von Elektroautos in den Bundesländern

Neben der E-Auto Prämie des Bundes gibt es auch in den einzelnen Bundesländern Förderprogramme für Elektromobilität. Zum Beispiel folgende:

Baden-Württemberg:

Programm „Marktwachstum Elektromobilität BEW“

  • Unternehmen können sich die Anschaffung von Elektrofahrzeugen mit dem BW-e-Gutschein fördern lassen. Sie erhalten in Gebieten mit sog. “NO2-Grenzwert-Überschreitung” einen staatlichen Zuschuss von 5.000,- Euro bzw.  3.000,- Euro in Gebieten ohne Grenzwertüberschreitung. Der Kauf von elektrischen LKW und Bussen wird mit 50 % der Mehrkosten unterstützt bis maximal 100.000,- Euro.
  • Taxibetriebe können bei der Anschaffung von elektrischen Taxis folgende Förderungen erhalten:
  • eine Förderung von 8.000,- Euro je E Taxi
  • und eine Förderung von 60 % für die Installation eines DC-Schnellladers bis maximal 30.000,- Euro.
  • und eine Förderung von 60% für den Netzanschluss an das Mittelspannungsnetz bis maximal 50.000,- Euro.

Die Ladestation darf allerdings ausschließlich von den firmeneigenen Taxis genutzt werden.

Bayern:

Der Freistaat Bayern zahlt ebenfalls E-Auto Prämien. Er fördert mit verschiedenen Programmen die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen für modellhafte Projekte im Bereich Elektromobilität.

Berlin / Brandenburg:

Das Programm WELMO richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Freiberufler. Diese erhalten eine E-Auto Prämie von maximal 4.000,- Euro für die Beschaffung von elektrischen PKW bzw. von maximal 8.000,- Euro für elektrische Nutzfahrzeuge ab 2,25 to Gesamtmasse. Zusätzlich gibt es eine Abwrackprämie von bis zu 1.000,- Euro für PKW bzw. von bis zu € 1.500,- Euro für LKW, wenn ein Verbrennerfahrzeug mit EURO-1 bis EURO-4-Abgasnorm endgültig stillgelegt wird.

Hamburg: 

Einen besonderen Weg der E-Auto Prämie geht die Hansestadt Hamburg. Sie fördert das Leasing von E-Autos für Pendler aus den Umlandgemeinden Pinneberg, Segeberg, Stormarn, Herzogtum Lauenburg, Harburg und Stade. In Kooperation mit bestimmten Leasinggebern bezuschusst die Hansestadt die monatlichen Leasingraten mit 40 % der Mehrkosten gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner.

Für private Haushalte stehen aktuell 4 Fahrzeugmodelle zur Auswahl:

  • NISSAN eNV200, NISSAN Leaf, RENAULT Zoe, VW e-Golf.

Gewerbliche Leasingnehmer sind bei der Modellwahl frei.

Der Zuschuss wird direkt an den Leasinggeber gezahlt, der die Leasingrate entsprechend mindert. Einen eigenen, gesonderten Antrag müssen Sie bei dieser E-Auto Prämie nicht stellen. Fragen Sie einen regionalen Händler der Marken Nissan, Renault oder VW, ob er an diesem Programm teilnimmt und Sie dementsprechend bezuschusst werden.

Nordrhein-Westfalen:

Programm progres.nrw

Über das Programm progres.nrw fördert das Bundesland die Einrichtung von Ladeinfrastruktur innerhalb des Bundeslandes. Dort ansässige Unternehmen erhalten auf Antrag  eine E-Auto Prämie für:

  • rein batterie-elektrische PKW und leichte Nutzfahrzeuge bis 2,3 to; es werden € 4.000,- Euro staatlicher Zuschuss zum Elektroauto gezahlt;
  • rein batterie-elektrische Nutzfahrzeuge (Klassen N1 und N2) zwischen 2,3 to und 7,49 to; es werden 8.000,- staatlicher Zuschuss zum elektrischen Nutzfahrzeug gezahlt.

WICHTIG: Alle hier genannten Förderungen sind mit der BAFA-Prämie kombinierbar und werden zusätzlich (!!)  geleistet. 

Steuerliche Förderung von Elektrofahrzeugen

Alle Elektrofahrzeuge, die ein E-Kennzeichen führen dürfen, sind nach dem Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität für 10 Jahre von der KFZ-Steuer befreit. Diese Regelung gilt zunächst für Neuzulassungen bis einschließlich dem 31.12.2020.

E-Auto Prämien für Arbeitgebende und Arbeitnehmende

Dieses Gesetz sieht einige weitere steuerliche Förderungen im Zusammenhang mit dem Laden des E-Autos vor.

  • Fall 1: Der Arbeitgebende errichtet auf dem Betriebsgelände Ladestationen und erlaubt seinen Mitarbeitenden dort das Laden ihrer privaten E-Autos. Er darf die Nutzung der Ladestation und den Ladestrom verschenken, wenn das zusätzlich zum Arbeitsentgelt erfolgt.
  • Fall 2a: Der Mitarbeitende nutzt einen elektrischen Dienstwagen auch für private Zwecke. Wenn er den Wagen bei sich zuhause an seiner eigenen Wallbox / Ladestation lädt, darf der Arbeitgebende die Stromkosten des Ladens ebenfalls steuerfrei erstatten. Ein Nachweis der Ladestromkosten kann über das Back-End der Wallbox oder über einen Unterzähler erfolgen.
  • Fall 2b: Der Mitarbeitende nutzt seinen elektrischen Dienstwagen auch für private Zwecke. Der Arbeitgebende darf ihm eine Ladestation / Wallbox zuhause unentgeltlich leihweise zur Verfügung stellen und alle Kosten übernehmen.

In allen drei Fällen ist das für den  Arbeitgebenden ein betrieblicher Aufwand, der nicht der Umsatzsteuer unterliegt. Für den Mitarbeitenden ist die Leistung steuerfrei und kein geldwerter Vorteil. 

Die private Nutzung von Dienstwagen sieht der Gesetzgeber aber nach wie vor als geldwerten Vorteil an, auch wenn diese elektrisch betrieben werden. Allerdings wird der geldwerte Vorteil nur mit dem halben Prozentsatz eines Verbrenner-Dienstwagens angesetzt. Somit sind auch nur 0,5 % des Listen-Neupreises als geldwerter Vorteil monatlich zu versteuern. Diese Regelung gilt für rein batterie-elektrische Fahrzeuge und für Plug in Hybride, die nach dem 1. Januar 2019 erstmals zugelassenen sind. 

Bei Fahrzeugen mit Erstzulassung vor dem 1.Januar 2019 werden weiterhin 1% des Listen-Neupreises als geldwerter Vorteil angesetzt. ABER: Es werden hier Freibeträge für die Mehrkosten durch den Akku gewährt. Aktuell sind es 200,- Euro je kWh Batteriekapazität bis max. 7.000.- Euro. Der Freibetrag und die Obergrenze werden schrittweise gesenkt.

Sonstige Vergünstigungen

Über das Elektromobilitätsgesetz (EMoG) können auch Kommunen die Nutzung von Elektroautos fördern. Das EMoG gilt für: 

  • reine Batterie-Elektrofahrzeuge (BEV),
  • Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV) und
  • Plug In Hybridfahrzeuge (PHEV) mit mindestens 40 km elektrischer Reichweite oder maximal 50 g CO2-Ausstoss je 100 km.

 

Beispielsweise kann die Kommune die Benutzung von Bus- und Taxispuren (sog. Sonderspuren) für Elektroautos erlauben. Auch kostenfreies Parken auf öffentlichen Parkplätzen kann erlaubt werden; oder die Kommune kann Parkplätze ausschließlich für Fahrzeuge mit E-Kennzeichen reservieren. Das EMoG unterstützt so die Nutzung von Elektromobilität – fragen Sie einfach mal bei Ihrer Kommune nach, wie sie das EMoG für Sie umgesetzt wird. 

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