Elektrotankstellen: Das Elektroauto unterwegs laden

Zuhause lädt man sein Elektroauto praktisch, schnell und einfach am besten an der eigenen Wallbox. Aber auch das Laden an öffentlichen Elektrotankstellen ist kein Problem: Es gibt derzeit 17.400 öffentliche Ladestellen in der Bundesrepublik (Stand 04/2019). An diesen können Sie Ihr Elektroauto problemlos und schnell unterwegs laden. UND: Die Netzdichte und die Ladeleistung steigen stetig an – es werden immer mehr Elektrotankstellen mit immer mehr Leistung. Langen Fahrten oder Reisen mit einem Elektroauto steht nichts mehr im Weg.

2 Arten von Elektrotankstellen: AC und DC

Es gibt zwei Arten von öffentlichen Ladestationen, die sich im maximal möglichen Ladestrom unterscheiden:

  1. Normal-Ladestationen (AC Lader; liefern Wechselstrom)
  2. Schnell-Ladestationen (DC Lader; liefern Gleichstrom)

Alle E-Autos können an beiden Arten von Ladestationen Strom tanken. Es gilt: Je höher die Ladeleistung der Ladestation, desto schneller geht das Laden des Elektroautos, wenn es die angebotene Ladeleistung aufnehmen kann.

AC Ladestationen (Normal-Ladestationen) arbeiten mit Wechselstrom. Dieser wird im E Auto in Gleichstrom umgewandelt, bevor er in der Batterie gespeichert wird. Es sind Ladeleistungen bis zu 22 kW möglich.

DC Ladestationen (Schnell-Ladestationen) arbeiten mit Gleichstrom. Dieser muss nicht mehr im Elektroauto umgewandelt werden. Er fließt direkt in die Traktionsbatterie. Deshalb sind Ladeleistungen zwischen 50 kW und 150 kW möglich. Die neueste Generation der DC Lader sind sog. Ultra-Schnelllader, die bis zu 350 kW Ladeleistung liefern.

Viele Ladestationen, besonders entlang der Autobahnen, sind DC Schnellladestationen (Gleichstrom). Diese DC Stationen sind häufig sog.  „Tripple-Charger“, d.h. an ihnen gibt  es 3 unterschiedliche Steckertypen:  Stecker-Typ 2, CCS Stecker, und CHAdeMO Stecker. Die Kabel mit den jeweiligen Steckern sind fest an der Ladestation angeschlossen. Sie benötigen hier kein eigenes Ladekabel.

An AC Normalladestationen (Wechselstrom) findet sich mindestens eine Typ-2-Steckdose. Sie müssen ihr Kabel selbst mitführen. AC Ladestationen mit Stecker-Typ-2-Steckdose und fest angeschlagenem Kabel gibt es auch, aber diese sind selten.

Elektrotankstelle | Stromtankstelle, Triplecharger

Zugangsberechtigung, Laden und Bezahlen an der Elektrotankstelle

Wer an einer Elektrotankstelle laden möchte, braucht eine Zugangsberechtigung (Authentifizierung); diese ist nötig, um an der Ladestation den geladenen Strom zu bezahlen.

Eine Zugangsberechtigung ist leicht zu bekommen. Möchten Sie eine Ladekarte, melden Sie sich online bei einem Anbieter von Ladekarten an. Dann bekommen Sie Ihre persönliche Ladekarte, mit der Sie sich an der jeweiligen Ladestationen anmelden können. Andere Betreiber arbeiten mit Lade Apps und die Anmeldung geschieht via Handy.

Der Ladevorgang selbst ist leicht:

  1.  
  2. Ladeanschluss am Fahrzeug entriegeln
  3. Verbindung E-Auto und Ladestation herstellen (Ladekabel einstecken)
  4. Anmelden an der Ladestation
  5. Laden; der Bordcomputer zeigt an, wie lange der Ladevorgang dauern wird
  6. Abmelden an der Ladestation
  7. Verbindung E-Auto und Ladestation trennen (Ladekabel entfernen)
  8. Deckel des Ladeanschlusses am Fahrzeug schließen – fertig. Sie können weiterfahren.

Das Bezahlen erfolgt über die Abrechnung Ihrer Ladekarte / -App, für die Sie einmal im Monat eine Rechnung bekommen.

Abrechnungssysteme

Es gibt viele Ladestationen und viele Betreiber der Ladestationen mit dazugehörigen Zugangsberechtigungen und Abrechnungssystemen.

In der Regel sind Ladestationen in einem Verbund zusammen geschlossen. Das bedeutet, der Betreiber der Ladestation akzeptiert neben seiner eigenen Zugangsberechtigung auch die Zugangsberechtigung von anderen Betreibern im gleichen Verbund. Das Verfahren nennt sich „E-Roaming“. Durch das Verbundsystem kann es zu unterschiedlichen Preisen für das Laden an ein und derselben Elektrotankstelle kommen, abhängig davon, welche Ladekarte Sie benutzen.

Unser TIPP: Wir empfehlen Giro-e der GLS Bank. Außerdem Ladekarten oder Lade-Apps von New Motion, innogy, EnBW und Ladenetz. Damit kommen Sie durch die ganze Bundesrepublik und die EU. Für Mitglieder des ADAC ist auch die Lade-App „e-Charge“ eine gute Option.

Ad-hoc Laden

Haben Sie nicht die richtige Ladekarte oder Lade-App zur Hand, können Sie die an der Ladestation angegebene Service-Hotline mit Ihrem Handy anrufen und die Ladestation wird für Sie freigeschaltet. Diese Möglichkeit des sog. “ad-hoc laden” ist über die Ladestättenverordnung gesetzlich vorgeschrieben. An jeder öffentlichen Ladestation muss die Möglichkeit vorhanden sein, auch ohne die passende Ladekarte oder Lade-App laden zu können.

Giro-e

Giro-e ist ein von der GLS-Bank entwickeltes modernes und sicheres  Bezahlsystem. Sie verwenden Ihre EC-Karte zum Anmelden und Bezahlen an der entsprechenden Ladesäule. Giro-e hat entscheidende Vorteile:

  1. Mit giro-e müssen Sie sich nicht vorher beim Betreiber registriert haben.
  2. Die EC-Karte hat man ständig bei sich; und anders als beim Handy braucht man kein funktionierendes Netz oder ausreichend Handy Akku.
  3. Giro-e bietet die hohe Sicherheit des EC-Karten-Standards, individuelle Abrechnungsmodelle und Transparenz.

Kosten des Ladens und Abrechnungsmodelle an Elektrotankstellen

Die Kosten des Ladens an Elektrotankstellen sind nicht so transparent und gleich erkennbar wie an “normalen” Tankstellen. An einigen Elektrotankstellen bekommen Sie nach dem Laden eine Rechnung vom Anbieter der Ladekarten geschickt.

Es gibt Ladestationen-Apps, die Sie über die Preise und den Standort einer Stromtankstelle informieren, beispielsweise von goingelectric.de oder plugsurfing.de. Diese Apps navigieren Sie auch direkt zur Ladesäule.

Ladestationen rechnen jeweils unterschiedlich ab:

  • nach Zeit,
  • nach geladenen kWh
  • Pauschalen (Festbetrag)
  • Kombinationen aus Zeit, kWh und Pauschale

Bei der Abrechnung nach Zeit zählt, wie lang das Elektroauto mit der Ladestation verbunden ist – nicht wie lang Strom fließt. Diese Abrechnungsmethode ist an vielen DC-Schnellladern eingerichtet. Der Hintergrund dazu ist folgender: Um (nur) nach geflossenem Strom abzurechnen, muss die Ladestation über ein geeichtes Messgerät mit entsprechender Dokumentation verfügen. Diese Messgeräte kommen gerade erst auf den Markt und können in älteren Ladestationen nicht nachgerüstet werden.

Die Betreiber der Ladekarten / -Apps bieten oft verschiedene Bezahlmodelle: Zum Beispiel nur nach bezogenem Strom, bzw. nach der Zeit oder über ein Abo. Bei einem Abo zahlen Sie eine monatliche Grundgebühr und bekommen dafür den Ladestrom günstiger. Die Preise für die Abos sind bei den verschiedenen Betreibern sehr unterschiedlich. VW, Audi, Porsche, Mercedes und Ford kopieren das Geschäftsmodell von Tesla und bieten eigene Ladestationen (IONITY) und eigene Ladetarife an.

Ob und wann sich ein Abo rechnet, ist sehr stark vom individuellen Ladeverhalten abhängig. Laden Sie überwiegend an öffentlichen Ladestationen, kann sich ein Abo rechnen. Nutzen Sie überwiegend die eigene Wallbox, kann eine andere Variante günstiger sein.

Kosten des Ladens und Abrechnungsmodelle an Elektrotankstellen

Die Preise für das Stromtanken sind sehr unterschiedlich. Es gibt Ladestationen, die Ihnen den Strom einfach schenken; andere rechnen den Strom “teuer” ab.

An Normal-Ladestationen  (AC / Wechselstrom-Ladestationen) ist das Laden generell günstiger. Hier liegen die Preise derzeit zwischen ca. 0,25 € / kWh und 0,45 € / kWh (Stand 07/2019). Einige Betreiber erheben zusätzlich Zeittarife. Diese sollen verhindern, dass die Ladesäule unnötig lange blockiert wird.

An Schnell-Ladestationen (DC / Gleichstrom-Ladestationen / Schnelllader) liegen die Preise ab umgerechnet ca. 0,45 € / kWh. Sie sind teurer, aber dafür geht das Laden auch wesentlich schneller. An DC-Stationen können ebenfalls Zeittarife erhoben werden, d.h. nach einer bestimmten Zeit wird ein Aufschlag für das „Parken“ erhoben.

Wichtig ist, dass es keine gesetzliche Preisbegrenzung nach oben gibt.

Der jüngste Trend

Seit neuestem stellen sowohl SHELL als auch ARAL auf dem Gelände ihrer „normalen“ Tankstellen öffentliche Ladestationen mit DC-Schnell-Ladern (150 kW) auf.

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