Ladesysteme: Ladestecker und Lademodi

Am Thema Ladesysteme kommt man bei der Elektromobilität nicht vorbei. Für viele Interessierte ist dies jedoch nach wie vor ein unübersichtliches Thema. Daher möchten wir die wichtigtsten Ladestecker und Lademodi möglichst einfach erklären.

Ladestecker

Ein Grund für die Steckervielfalt liegt in den regional unterschiedlichen Bedingungen und Normen sowie dem Ort und Zeitpunkt der Entwicklung. So sind parallel viele Steckertypen und Ladesysteme entstanden. Eigentlich gibt es noch einige mehr, als hier dargestellt. Aber hier sind vor allem die wichtig, die für Deutschland eine hohe Relevanz haben. Der Markt hat zu einer gewissen Bereinigung geführt und so haben sich im Wesentlichen diese durchgesetzt:

Ladestation Wallbox Stecker Typ 1

Typ 1

Der Typ 1-Stecker ermöglicht einphasiges Laden mit bis zu 7,4 kW (230 V, 32 A). Vor allem asiatische und französische Hersteller verwenden diesen Typ, der auch in den USA gebräuchlich ist. Er kann für das Mode-2-Laden und das Mode-3-Laden genutzt werden.

Wallbox Ladestation Stecker Typ 2

Typ 2

Dieser Ladestecker hat sich in Europa als Standard etabliert. Mit seinen drei Leitern kann er Kraftstrom (400 V) transportieren. Dadurch sind Ladeleistungen bis zu 22 kW möglich, im öffentlichen Bereich sogar bis zu 44,3 kW (400 V, 63 A). Er ist für das Mode-2- und das Mode-3-Laden geeignet. In einer leicht modifizierten Variante können damit Teslas auch im Mode 4 mit Gleichstrom geladen werden.

Wallbox Ladestation CCS

CCS

Steht für „Combined AC / DC Charging System“. Hier wird baulich ein Typ-1 oder ein Typ-2-Stecker um zwei Kontakte für das Gleichstrom-Laden ergänzt. Es sind Ladeleistung von 50 kW (DC) bis über 400 kW (DC) möglich. An die CCS-Steckdosen auf der Fahrzeugseite können aber auch „nur“ Typ-2-Stecker angeschlossen werden. Dann erfolgt das Laden mit Wechselstrom (AC). DC-Schnell-Lader, z.B. an den Autobahnen, haben immer fest angeschlagene Kabel mit CCS Stecker. CCS wird in Europa der neue Standard für Stecker und Inlet bei E-Autos.

Ladestation Wallbox Stecker CHAdeMO

CHAdeMO

Insbesondere Elektroautos aus Fernost, aber auch Fahrzeuge von Renault und von Peugeot/Citroen sind für das Gleichstromladen nach Mode 4 mit einer CHAdeMO-Steckverbindung ausgestattet. Entwickelt wurde dieser Ladestecker bereits vor 2010 in Japan. Nach dem CHAdeMO-Standard sind Ladeleistungen von 22 kW (AC) bis 400 kW (DC) möglich. DC-Schnell-Lader haben neben dem Ladekabel mit CCS-Stecker auch immer ein fest angeschlagenes Ladekabel mit CHAdeMO-Stecker.

Lademodi

Die International Electrotechnical Commission IEC hat mit der Norm IEC 62196 eine Vereinheitlichung für eine Reihe von Steckertypen und Lademodi vorgenommen. Diese wurden von der EU in der Norm ISO 62196 und in Deutschland mit der Norm DIN EN 62196 gleichlautend übernommen. Hierbei geht es um technische Bestimmungen und Beschreibungen unterschiedlicher Ladevorgänge bei Elektrofahrzeugen.

Mode 1 bis Mode 3 beschreiben unterschiedliche Arten des Ladens mit Wechselstrom (AC, alternating current).
Mode 4 beschreibt Ladevorgänge mit Gleichstrom (DC, direct current).

Lademodus Verwendung Stromzufuhr Steckertypen Stromart Ladeleistung
Mode 1 ungeregeltes Laden SchuKo-Steckdose, CEE-Steckdose Kaltgerätestecker (Geräte-Flach-Stecker) Wechselstrom (AC) max. 2,3 kW
Mode 2 Mobile Netzladegeräte (ICCB) SchuKo-Steckdose, CEE-Steckdose Typ 1, Typ 2 Wechselstrom (AC) max. 3,7 kW
Mode 3 Eigene Wallbox oder öffentliche Ladestation direkt verkabelt Typ 1, Typ 2 Wechselstrom (AC) max. 44 kW
Mode 4 Öffentliche Ladesäulen und e-Tankstellen direkt verkabelt CCS, Chademo, Typ 2 (Tesla) Gleichstrom (DC) max. 350 kW

Welcher Lademodus mit welcher Ladeleistung ist empfehlenswert?

Den Lademodus müssen Sie nicht auswählen. Er wird bestimmt durch das verwendete Ladegerät. Damit Sie immer und überall laden können, ist der Erwerb eines Ladekabels Mode 3 mit Typ-2-Steckern zu empfehlen. Sollte Ihr Fahrzeug eine Typ-1-Ladesteckverbindung haben, empfiehlt sich statt dessen der Erwerb eines sog. „Typ-1-auf-Typ-2“ Ladekabels: Es passt auf der einen Seite in Ihr Fahrzeug, auf der anderen in die Typ-2-Steckdose der öffentlichen Ladestationen.

Hier sind fahrzeugspezifische Herstellerangaben zu beachten. Nicht jedes Fahrzeug kann mit jeder beliebig hohen Ladeleistung geladen werden. Um die Batterie zu schonen, ist langsames Laden empfehlenswert.

  • Ggf. muss der Anschluss einer 22 kW-Ladestation vorab genehmigt werden. Ihr Stromnetzbetreiber oder Ihr Elektroinstallateur können Ihnen hier Auskunft geben.

Der Mehrpreis für eine 22 kW-Ladestation ist gar nicht so hoch. Auch wenn Ihr E-Auto nur weniger Strom tanken kann, machen Sie sich so zukunftssicher. Die Ladestation bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als Ihr Fahrzeug.

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