Neue ICCT-Studie zum CO2 footprint von Elektroautos

Elektroautos deutlich klimafreundlicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor

Die Klimabilanz von Elektroautos ist besser, als von Kritikern gern behauptet. Die CO2-Ersparnis beträgt einer Studie des ICCT zufolge schon heute ein Drittel.

Ein Artikel aus SPIEGEL-Online.de vom 10.02.2018
Autor: Gerald Traufetter, eigene Bearbeitung 

Der SPIEGEL berichtete von einer neuen Studien des ICCT. Das renommierte Forschungsinstitut International Council on Clean Transportation (ICCT) hat elf Forschungsarbeiten zu dem Thema analysiert und stellt fest, das Elektroautos klimafreundlicher sind als Wagen mit Verbrennungsmotoren.

EV-Enthusiasten, early-adoptern und uns bei enomo.de war das schon immer klar: Elektroautos sind lokal emissionsfrei und - wenn mit grünem Strom, am besten aus der eigenen PV-Anlage, betrieben - auch im Gesamtverbrauch CO2-frei.

Die neue ICCT-Studie entkräftet jetzt wissenschaftlich fundiert auch jene Kritiker der energetischen Mobilitätswende, die auf die hohen CO2-Emissionen hinweisen, die bei der Produktion der Fahrzeugbatterien entstehen. Die heute üblichen Lithium-Ionen-Batterien sind leider alles andere als CO2 neutral.

Dennoch sparen strombetriebene Fahrzeuge über einen Lebenszyklus von 150.000 Kilometern zwischen 28 und 72 Prozent des Treibhausgases Kohlendioxid ein. Die Bandbreite ist so groß, weil auch der unterschiedliche CO2-Ausstoß des bei der Produktion der Batterien von E-Autos verbrauchten Stroms einkalkuliert werden muss. Batterien aus Fernost, wo die meisten der verwendeten Akkus hergestellt werden, belasten aufgrund des dortigen typischen Energie-Mix mit rund 25 Prozent fossiler Brennstoffe die Gesamt-CO2-Bilanz von EVs erheblich; Teslas geplante Gigafactory soll hingegen zu 100 Prozent mit lokal und regional produziertem Solarstrom versorgt werden, was die CO2-Bilanz außerordentlich günstig beeeinflusst, denn auch der Abbau der Rohstoffe und deren Transport setzen Kohlenstoffdioxid frei.

Außerdem ist zu berücksichtigen, in welchen Ländern die Batterien aufgeladen werden. In Deutschland werden dabei aufgrund des hohen Anteils von Kohlestrom größere Mengen Treibhausgas produziert als in Norwegen oder Frankreich. Doch auch hierzulande erweist sich die neue Antriebsform unterm Strich als überlegen.

Laut der ICCT-Studie hat das Elektroauto spätestens nach 3 Jahren den Diesel oder Benziner in seiner Klimabilanz überholt. Wird das EV mit grünem Strom aufgeladen, hat es die Verbrenner bereits nach 1,5 Jahren übertroffen, selbst mit Akkus aus Fernost.

Weitere Verbesserungen des CO2 footprints lassen sich durch den Einsatz regenerativer Energien sowohl in der Batterieproduktion als auch bei der Herstellung der im Elektroauto verarbeiteten Kunststoffe und Metallteile erzielen. Einen weiteren wichtigen Aspekt sieht die ICCT-Studie im Batterie-Recycling und im Aufbau von second-life battery-parks. Unterstellt man eine Lebenserwartung der Batterien in Elektroautos von 150.000 km und eine dann noch verfügbare Ladekapazität von 80 Prozent, kommt die Batterie im Elektroauto auf einen Nutzungszeitraum von 5 – 10 Jahren, bevor sie ausgewechselt wird. Danach kann sie aber ohne weiteres erneut 10 Jahre in einem Batteriepark eingesetzt werden und dort zur Netzstabilisierung und zum Speichern z.B. von Strom aus Off-Shore Windanlagen genutzt werden. Dadurch halbiert sich rechnerisch die CO2-Belastung im footprint für die Batterie des Elektroautos, was wiederum die CO2-Emissionen des Elektroautos im Gesamt-Lebenszyklus positiv beeinflusst. Noch größere Verbesserungen verspricht sich die Studie von moderneren Batterien, die nur noch weniger der selten Erden und Metalle brauchen, wie z.B. die reddox-flow-batterie, Metallfluorid-Akkus oder der Lithium-Luft Akku. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Blog: 

http://www.enomo.de/service-beratung/blog/speichertechnik 

Hier geht es zur Studie:  ICCT-Studie-electric-vehicle-life-cycle-analysis - PDF-Größe 246 KB

 

Das ICCT ist eine gemeinnützige Organisation mit der Aufgabe, lobbyfreie Forschung zu betreiben und wissenschaftliche und technische Analysen für Umweltbehörden zu erstellen. Finanziert wird das ICCT überwiegend aus privaten Stiftungen wie der ClimateWorks Foundation oder der Hewlett Foundation.

Quelle: DER SPIEGEL, Autor: Gerald Traufetter; eigene Bearbeitung

Bildnachweis: Der Spiegel

 

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