Solar-Dachziegel als Alternative zu PV-Modulen

Solar-Dachziegel als Alternative zu PV-Modulen

Photovoltaikanlagen sind mittlerweile weit verbreitet, allerdings werden manche Interessenten durch die großflächigen Konstruktionen auf dem Dach abgeschreckt oder dürfen Photovoltaikanlagen aus baurechtlichen Gründen wie Denkmalschutz erst gar nicht installieren. Eine Alternative hierfür sind Solar-Dachziegel, welche sich harmonisch in das Gesamtbild eines Hauses einfügen lassen und in vielen verschiedenen Materialien und Formen erhältlich sind.

Oft kommen Solar-Dachziegel bei Projekten zum Einsatz, bei denen die optisch ansprechende Integration der Solarzellen in die Dachoberfläche demonstriert werden soll. Dabei spielt der Preis aber oft nur eine zweitrangige Rolle. Die Technik existiert bereits seit Beginn der 90er Jahre, wurde jedoch von den Verbrauchern noch nicht wirklich angenommen, da die Kosten für eine PV-Anlage mit Solar-Dachziegeln im Vergleich zu Anlagen mit normalen PV-Modulen extrem hoch ausfallen. Erschwerend kommt hinzu, dass mit dieser Technik eine vergleichsweise geringe Gesamtleistung montiert werden kann. Aus diesen Gründen konnte mit den Solar-Dachziegeln zu keiner Zeit ein nennenswerter Markt erschlossen werden. Viele Firmen, oft Ziegelhersteller brachten zwar äußerst ansprechende Produkte auf den Markt, mussten aber aufgrund der geringen Nachfrage die Produktion einstellen.

Photovoltaik-Dachziegel sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich

Solardachziegel werden von den meisten der führenden Hersteller von Dachdeckerbedarf produziert, wie zum Beispiel von Braas. Seit Mai 2017 bietet sogar der E-Auto Hersteller Tesla die PV-Dachziegeln unter dem Namen „Solar Roof“ an. Inzwischen gibt es zahlreiche Photovoltaik-Dachziegelarten auf dem Markt, zu denen neben Keramikdachziegeln auch Kunststoffdachziegel und Schiefersteindachziegel gehören. Keramische Dachziegel die entweder aus Keramik, Ton oder Glas gefertigt werden besitzen in der Regel eine Vertiefung in welcher die PV-Module eingesetzt werden. Bei Solar-Dachziegeln aus Kunststoff werden die Solarzellen meist von einer transparenten Scheibe geschützt. Diese beiden Variationen an Solar-Dachziegeln sind inzwischen in einer Vielzahl an möglichen Farben und Formen erhältlich. Des Weiteren gibt es Solar-Dachziegel in Schieferoptik, welche meist wegen ihrer wetterfesten Eigenschaften beliebt sind. Wer sein Dach aus einer Kombination von Schieferschindeln und Solarmodulen eindecken lassen möchte, ist mit den sogenannten „Sunslates“ gut beraten. Diese Solar-Dachziegel sehen aus, als wären sie aus Schiefer hergestellt und erfüllen den Zweck einer Dachabdeckung optimal. Nachfolgend werden hier die technischen Eigenschaften der Solar-Dachziegel von SunSlat und von Braas vorgestellt.

SunSlate Solar-Dachziegel technische Spezifikationen:

  • Zellentyp: Monokristallin
  • Nennleistung: 13,3 Wp Richtwert nach STC
  • Leistung pro m²: 110,39 Wp
  • Elektrischer Wirkungsgrad 15,4 – 15,6 %
  • Abmessungen in cm: 40 x 60
  • Anzahl Solarzellen pro Schiefer: 6 Stück

Braas PV Premium technische Spezifikationen:

  • Zellentyp: Monokristallin
  • Nennleistung: 100 W (+/-3 Wp)
  • Leistung pro m²: N.A.
  • Elektrischer Wirkungsgrad 16,34 %
  • Abmessungen in cm: 177,8 x 35,5
  • Anzahl Solarzellen pro Ziegel: 22

Möglichkeit der Komplettversorgung

Es gibt die Möglichkeit auch mit dem Solarstrom zu heizen. Wärmepumpen sind moderne Heizsysteme, die sich die Umgebungswärme aus Luft oder Boden zu Nutze machen um die Räume des Hauses zu beheizen. Diese Heizungsanlagen werden mit Strom betrieben und benötigen keine weiteren Verbrennungs-Ressourcen wie etwa Gas- oder Ölheizungen. Ist die Anlage groß genug gewählt könnte so das gesamte Gebäude mit erneuerbarem Strom betrieben werden. Die benötigte Elektrizität und auch die Heizwärme kommen dann von den Solardachziegeln.

Solardachziegel haben geringes Preis-Leistungs-Verhältnis

Der Nachteil der Solardachziegel verglichen mit normalen Photovoltaikanlagen ist das geringe Preis-Leistungs-Verhältnis. Solar-Dachziegel lohnen sich daher nur bei großen ertragreichen Anlagen, die längerfristig in Gebrauch sind. Daher ist es notwendig für die effektive Produktion von Solarenergie mehrere hundert Stück auf einem Dach zu installieren, was unter Umständen zu hohen Installationskosten führt, denn jede Dachziegel muss einzeln verkabelt werden. Dennoch überzeugen die Hersteller mit dem Argument, dass die einzelnen Ziegel auch unter Bedingungen montiert werden können, die die Installation einer kompletten Anlage eigentlich nicht erlauben. So können Solardachziegel beispielsweise in der Dachdeckung denkmalgeschützter Häuser integriert werden. Die Preise für Solardachziegel liegen zwar deutlich über denen herkömmlicher Dachziegel, tragen aber aktiv zum Umweltschutz und zum Energiesparen bei.

Fazit

Solardachziegeln bieten Hausbesitzern die Möglichkeit umweltfreundlichen Strom zu produzieren deren Häuser denkmalgeschützt sind oder aus anderen Gründen strengen Bauauflagen unterliegen. Der Vorteil solcher Dachziegel ist deren Optik, die sich unauffällig in das Gesamtbild des Dachs und seiner Umgebung einfügt. Weniger positiv ist hingegen der vergleichsweise niedrige Ertrag, der sich nur bei optimaler Ausrichtung und hoher Stückzahl der Solardachziegel auszahlt und die vergleichsweise hohen Installationskosten.

Quellen: dachdecker.com, photovoltaik-web.de, freshideen.com, energie-experten.org, sunslates.net, braas       

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