enomo - Ihr Weg zur Elektromobilität

02591 253 9944

Mo – Fr: 9 – 18 Uhr

Kommt bidirektionales Laden für E-Autos noch in 2022?

Wie funktioniert bidirektionales Laden?
3.5/5 - (2 votes)
Dieser Beitrag im Überblick

Wie funktioniert die Energie-Zweibahnstraße?

Als technische Voraussetzung für bidirektionales Laden benötigt man eine spezielle Wallbox. Die Wallbox muss mit einem Gleichstromanschluss ausgestattet sein, um die Energie des Fahrzeugs umwandeln zu können. Derzeit erfüllen vor allem E-Autos mit einem CHAdeMO – Anschluss die Voraussetzungen für bidirektionales Laden.  Besonders asiatische Fahrzeughersteller wie Honda, Kia, MG, Mitsubishi oder Nissan stellen Elektroautos her, die mit dem Schnellladesystem CHAdeMO ausgestattet sind.

Daher sind bisher nur wenige Elektroautos in der Lage, bidirektional zu laden. Der Akku von Elektroautos fährt mit Gleichstrom, der Wechselstrom aus dem Stromnetz muss umgewandelt werden. Dafür müssen sich das Auto und die Ladeinfrastruktur verständigen können. Nur so wird Energie in beide Richtungen ausgetauscht. Das Elektroauto kann dementsprechend nicht nur Strom speichern und verbrauchen, sondern auch wieder abgeben.

Es sind aber bereits E-Autos, wie auch Wallboxen, für das Jahr 2022 geplant, die auch über den bekannten Typ-2 Anschluss bidirektionales Laden umsetzen. So hat z.B. VW seine E-Autos bereits seit Anfang 2022 mit einem neuen Softwarestandart ausgestattet. Durch ein nachträgliches Softwareupdate werden dann alle Voraussetzungen für bidirektionales Laden erfüllt sein.

In diesem Kontext muss man auch auf den internationalen Standard ISO15118 hinweisen. Die Schnittstelle ISO15118 ermöglicht die bidirektionale Kommunikation zwischen E-Auto und Wallbox und wird als Schlüsselelement für die Entwicklung von zukunftsträchtigen Technologien betrachtet. Wird diese Technologie weiter ausgebaut, kann man mit einem größeren Angebot an Wallboxen rechnen, die bidirektionales Laden ermöglichen. enomo ist hier genau informiert und kann bei Bedarf gerne Informationen zu dem Stand der Zertifizierungen weitergeben!

Gerne beraten wir Sie rund um das Thema bidirektionale Wallbox. Nutzen Sie dafür einfach und bequem unseren enomo-check.

Ladestation

Kombination mit Photovoltaik: Der Weg in die Energieautarkie

Bidirektionales Laden spricht vor allem Eigenheimbesitzer an. Durch die Kombination mit einer Photovoltaikanlage dient das Elektroauto als stationärer Speicher, wenn die Solarpanels nachts oder bei trübem Wetter nur wenig Energie gewinnen. Die Standzeiten eines Autos sind in der Regel nachts – genau dann, wenn die Solarpanels der PV-Anlage keinen Strom erzeugen. Das Elektroauto lädt dann den Strom der eigenen Solaranlage. Eine vollgeladene Autobatterie versorgt so den Haushalt ohne Probleme über mehrere Stunden bis sogar Tage mit Strom.

Die Nutzung des Elektrofahrzeuges als „vehicle to home“ (V2H) hat für den Hausbesitzer zudem wirtschaftliche Vorteile. Das Elektroauto dient als Speicher, sodass man sich die kostspielige Anschaffung und Installation von Speicherbatterien und Solarmodulen sparen kann. Die Kapazität der Autobatterie übersteigt die der stationären Speicherbatterien bei weitem: die Batterie eines Elektrofahrzeuges hat eine hohe Kapazität von 40 – 100 kWh. Die Kapazität eines typischen Festspeichers ist hingegen selten höher als 12 kWh.

Manche Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern an, ihr Elektroauto im Betrieb kostenlos zu laden. Wenn das Elektroauto über die Fähigkeit des bidirektionalen Ladens verfügt, kann dieser Strom nach Feierabend zu Hause verwendet werden. So gibt es bereits einige Ladestationen in Betrieben, die von elektrischen Dienstwagen benutzt werden.

Bidirektionales Laden in Kombination mit einer PV-Anlage kann für viele Eigenheimbesitzer der erste Schritt in Richtung Stromautarkie und -unabhängigkeit sein. Allerdings muss man hinzufügen, dass bidirektionales Laden die Batterie des Fahrzeuges schwächen kann. Die Nutzung der Batterie als Zwischenspeicher für Photovoltaikanlagen ist als Nutzungsszenario nicht vorgesehen. Bei manchen Herstellern verliert man sogar die Garantie, wenn man sein Fahrzeug als V2H nutzt.

Bidirektionales Laden – Technologie der Zukunft?

Bidirektionale Wallbox
Laden an einer bidirektionalen Wallbox

Viele Experten der Automobil- und Energiebranche sehen das Laden in beide Richtungen als Zukunft der Elektromobilität an. Vor allem die Nutzung als V2H zeigt großes Potenzial. Es verbindet zwei der vielversprechendsten Zukunftstechnologien: Elektromobilität und Solarenergie. Aus diesem Grund hat sich die Ampelkoalition das Ermöglichen und den Ausbau von bidirektionalen Laden auf die To-Do-Liste gesetzt.

 

Bis die Energie-Zweibahnstraße allerdings in Deutschland marktreif ist, gibt es noch einige Hürden zu überwinden. Die benötigten Technologien wie die smarten Wallboxen sind sehr teuer. Von einem mittleren vierstelligen Betrag für Betriebe ist hier die Rede. Hersteller verkünden bereits, den Preis für die Boxen in Privathaushalten drastisch zu senken. Wie schon beschrieben, benötigt man für das bidirektionale Laden zurzeit einen CHAdeMO-Anschluss an seinem E-Auto. Doch die Weiterentwicklung des sogenannten Lade-Protokolls für den CCS-Standard ist im vollen Gange.

Vorreiter für V2G-Technologie ist Japan. Aufgrund der Atom-Katastrophe in Fukushima 2011 verlor Japan fast ein Drittel seiner konventionellen Stromversorgung, sodass stark in die Technologie des bidirektionalen Ladens investiert wurde. Japanische Hersteller wie Nissan sind Pioniere in diesem Gebiet. Bereits seit 2010 unterstützt das Elektroauto Nissan LEAF die Technologie. Doch auch deutsche Hersteller stehen in den Startlöchern: Volkswagen will im Jahr 2022 hunderttausende Fahrzeuge mit der Fähigkeit zum bidirektionalen Laden ausliefern.

Aber nicht nur technische, sondern vor allem regulatorische Schwierigkeiten werden zum Hindernis. Die regulatorischen Unklarheiten beinhalten u. a. Bestimmungen zum Datenschutz und Fragen zum Strompreis und Steuerrecht. Solange diese Hindernisse nicht aus dem Weg geräumt sind, kann es noch eine Weile dauern, bis das bidirektionale Laden für Fahrzeughalter und Netzbetreiber zum Alltag gehört.

Diesen Beitrag teilen:

Share on facebook
Facebook
Share on xing
XING
Share on linkedin
LinkedIn

Mehr zum Thema "Ladestation"